Fächer ist offener als Schuhschachtel

Patrick Hahn, künstlerischer Programmplaner beim Gürzenich-Orchester und auch schon Autor für VAN antwortet auf eine eine von Slipped Disc zitierte Studie der Aalto Universität in Helsinki:

Eine Studie behauptet mal wieder, das beste Hörerlebnis wäre in Schuhschachteln zu haben. (Und setzt die Kölner Philharmonie ans Ende ihrer Wertung.) Aber mit was für einer unsinnigen Wertungskategorie! Und zugrundegelegt wird mal wieder bloß, wo einen die Welle am besten überspült … Als ob Musik nur “imousch’n” wäre! Schadet denken dem Hören? Wie wäre es mal mit neueren (uralten) Kategorien wie “Resonanz”?

Er zitiert das VAN-Interview mit Hartmut Rosa, der darin außerdem feststellt: »›Überwältigen‹ ist gerade nicht Resonanz«, einer Aussage, der in den Kommentaren zu Hahns Facebook-Post teils nachvollziehbar widersprochen wird.

Auch wenn in der Kölner Philharmonie je nach Platz das Mischungsverhältnis nicht immer ganz optimal und die ›Wall of Sound‹ daher nicht kompakt und vielleicht etwas weniger kraftvoll ist als in anderen Sälen – der Klang ist vergleichsweise außerordentlich differenziert, kein bisschen dumpf und sehr offen. Das heißt nicht, dass ich beim Hören ›mehr denken‹ muss, aber oft vielfältig staune.